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25.10.2021

Arthrose beim Pferd

Hier kommt der neue Blogartikel zum Thema

Arthrose beim Pferd

Eine der häufigsten Krankheiten beim Pferd ist die Arthrose. Ursache ist nicht selten eine Fehlstellung, viel häufiger der Grund für eine spätere Arthrose aber ist das zu frühe Anreiten der Pferde.

Es reicht nicht aus, dass die Epiphyse am Karpalgelenk ausgewachsen ist, denn die unterschiedlichen Knochen wachsen unterschiedlich lange. Und – ganz wichtig – die Wirbelsäule und die Hüftknochen wachsen am längsten, so dass die meisten Pferde erst mit 5 Jahren vollständig ausgewachsen sind.

Leider gibt es aber gerade in der Westernreiterei bereits Wettkämpfe bei, bei denen schon 3-jährige Pferde antreten müssen. Aber auch im Galopp- oder Trabrennsport laufen ja bereits 2-3jährige Pferde auf der Rennbahn.

Und sicher gibt es auch im Dressur- und Springsport Pferde, die bereits mit 2-3 Jahren angeritten werden.
Also, kurz und gut, weil die Pferde schon früh Leistung bringen müssen, wer-den sie auch so früh angeritten, dass Sattel, Reitergewicht und der Sport Schäden am Körperbau anrichten, der dann zu einer Arthrose in späteren Le-bensjahren führen kann.

Aber auch Pferde, die permanent falsch geritten werden, schlecht sitzende Sättel haben oder übergewichtig sind, können Arthrose bekommen.

Die Arthrose beginnt meist mit einer entzündlichen Arthritis in einem Gelenk.  Dadurch entstehen entweder Knochenzubildungen oder der Knochen ver-liert an Substanz. Beide Zuständen führen dazu, dass die Bewegung in dem speziellen Gelenk schmerzhaft ist.

Eine ganz wichtige Tatsache über Arthrose ist: Man kann sie nur stoppen. Sie bildet sich nicht wieder zurück.
Arthroseschübe  sind immer wieder auftretende Entzündungen in dem be-troffenen Gelenk, die wiederum neuerlich zu Knochenzubildungen- oder ab-bau führen. Im Zwischenraum der Gelenke befindet sich immer Knorpel und Gelenkflüssigkeit, die dafür sorgen, dass sich das Gelenk geschmeidig bewe-gen kann. Je öfter Arthroseschübe eintreten, umso mehr wird der Knorpel angegriffen. Im schlimmsten Fall befindet sich keine Knorpel mehr im Ge-lenkzwischenraum. Dann ist es besonders schmerzhaft das Gelenk zu bewe-gen.
Die wichtigste Maßnahme gegen Arthrose ist darum die Bewegung. Durch die Bewegung bleibt das Gelenk geschmeidig, der Knorpel wird in Bewegung gehalten und mit Feuchtigkeit versorgt, so dass die Bewegung im Gelenk geschmeidig bleiben kann.

Noch einige Besonderheiten zur Arthrose beim Pferd.
Die Arthrose im Sprunggelenk heißt Spat. Die Arthrose im Krongelenk wird Schale genannt.

Die wichtigste Gegenmaßnahme, wenn ich ein Pferd mit Arthrose habe, heißt Bewegung. Ein Offenstall bietet sich an, wenn das Pferd kein Problem damit hat. Im Offenstall ist das Pferd immer in Bewegung. Die Gelenke sind in Bewegung und bleiben geschmeidig.

Dann gibt es sicher einige Behandlungsweisen, die von Tierärzten angeboten werden, wie Hyalinjektion, Blutaustauch, Operation des Gelenks und vieles mehr. Hier würde ich immer abwägen, ob der Eingriff lohnt, bzw. ob es er-wartbar ist, dass das Pferd hinterher beschwerdefrei sein wird.

Ein gutes Fütterungsmittel ist meiner Ansicht nach MSM und Glucosamin. Die Kombination wirkt auf Bänder, Gelenke und Sehnen und kann dauerhaft gegeben werden. Gleichzeitig würde ich eine Kur mit Zeolith empfehlen, um Giftstoffe aus dem Körper zu transportieren.

Man kann andere entzündungshemmende Futtermittel geben, um die Arth-ritis zu verhindern. Da wären beispielsweise Hagebutten, Teufelskralle, Ingwer, Chili, Mädesüß, Weiderinde und Grünlipp Muscheln. Alle diese Dinge mit Ausnahme der Hagebutten, sollten nur über einen kurzen Zeitraum (max. 3 Monate) gegeben werden, da sie sonst auf den Magen gehen.

Ganz wichtig bei Arthrose ist ein langsames Warmmachen der Gelenke. Das heißt, möchte ich reiten, sollte ich mindestens eine halbe Stunde im Schritt gehen, um die Gelenke in Bewegung zu bringen und somit die Gelenkflüs-sigkeit in Bewegung bringen.

Vorsichtig sein sollte man mit Arthrose mit Wendungen. Die ganz kurze Wendung auf der Vorhand ist abzulehnen. Kreise wie ein Zirkel sind meiner Meinung nach durchaus vertretbar.

Ebenfalls ein ganz wirksames Mittel gegen Arthrose ist meiner Ansicht nach die Blutegeltherapie oder die Akupunktur. Ersteres ist ebenfalls entzün-dungshemmend zweiterer wirkt auf den Energiefluss im Körper und kann somit unterstützend auf die Gelenke wirken.

Zur Unterstützung von Pferde mit Arthrose ist zudem eine regelmäßige os-teopathische Behandlung sehr sinnvoll, da durch die Schmerzen verspannte Bewegungen entstehen, die wiederum zu Verspannungen im Bewegungs-apparat führen. Durch die Manuelle Theapie werden diese Muskelverspan-nungen wieder gelöst.

Susan Tenhaeff - 14:05 | Kommentar hinzufügen


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